BSC Ast 1952

Aus der Chronik des DJK-TSV Ast e.V.


Die Geschichte des Vereinssportes in Ast beginnt nicht erst mit der DJK Ast in
1959/60, sondern bereits ab 1948 mit einen Vorläufer, nämlich dem Ballspielclub
(BSC) Ast, dessen Geschichte auf den folgenden Seiten kurz skizziert wird.


Ballspielclub Ast (BSC Ast) - 1948-1953
Einige sportbegeisterte junge Männer aus Ast, Tiefenbach und Umgebung, viele davon einheimische und heimatvertriebene Kriegsheimkehrer hatten es sich im Herbst 1947 zum Ziel gesetzt, einen Verein zu gründen, um sich im Punktspielbetrieb mit den Fußballmannschaften der näheren und weiteren Umgebung messen zu können. Bei der Namensgebung stand der damals populäre BSC Augsburg Pate. Der BSC Ast sollte, wie aus der Satzung zu entnehmen ist, ein geselliges Bindeglied zwischen Alt- und Neubürgern sein, den Sport fördern und einen Ausgleich zur täglichen Arbeit vermitteln. Die Gründungsversammlung fand am 26. Mai 1948 im Gasthaus Quirner in Ast statt. Als Vorstandsmitglieder wurden gewählt: 1. Vorstand Josef Meier, 2. Vorstand Hans Fernbach, Schriftführer Günter Pohler und Kassier Lorenz Hiebl. Am 3. Juni 1948 erteilte die amerikanische Militärregierung in Landshut die Zulassung, wobei insbesondere verlangt wurde, dass die Tätigkeit des Vereins mit den demokratischen Zielen der Besatzungsmacht übereinstimmte und die Mitglieder politisch unbelastet waren. Der Gedanke einer sportlichen Betätigung konnte sich jedoch in der Bevölkerung nur zögerlich durchsetzen und so gestaltete sich die Suche nach einem geeigneten Grundstück für einen Sportplatz recht schwierig. Es gelang schließlich, von Matthias Heimberger und später von Berthold Rauch Wiesengrundstücke im Tausch gegen Gemeindegrund zwischen Ast und Tiefenbach entlang des Weges zum heutigen Bauhof zu pachten und in mühevoller Arbeit zu einem bespielbaren Fußballfeld herzurichten. Die Mannschaft des BSC Ast nahm erstmals in der Saison 1948/49 unter Trainer Alois Martin an der Verbandsrunde der C-Klasse Gruppe I Vils teil. In der darauffolgenden Saison schaffte die Mannschaft unter dem damaligen 1. Vorstand Alois Dreier den Aufstieg in die B-Klasse, wo sie sich in den weiteren Spieljahren bis 1953 behaupten konnte. Ab der Saison 1949/50 nahm auch eine Reserve- und Jugendmannschaft am Spielbetrieb teil. Als Beitrag zur Geselligkeit und zur Aufbesserung der Finanzen führten aktive und passive Vereinsmitglieder unter der Regie von Studienrat Konrad Foraita Theaterstücke im Vereinslokal im Gasthaus Heidenkam auf. 1953 löste sich der BSC Ast unter dem damaligen Vorstand Georg Strasser auf, da der Sportplatz gekündigt wurde und andere Möglichkeiten nicht mehr zur Verfügung standen.

Deutsche Jugendkraft – Turn-und Sportverein Ast e.V. – 1960-2010
Im Jahr 1959 griffen einige sportbegeisterte junge Leute aus Ast und Tiefenbach den Gedanken auf, erneut einen Sportverein zu gründen, um die Möglichkeit zur sportlichen Betätigung, vor allem zum Fußballspielen zu ereichen. Im November 1959 wurde in der Gründungsversammlung im Gasthaus Ast von etwa 25 Gründungsmitgliedern der Sportverein DJK Ast/Tiefenbach aus der Taufe gehoben und sie wählten Martin Dichtl zum 1. Vorstand. Pfarrer Josef Untermeier unterstützte die Gründung sehr und schlug die Aufnahme in den Sportverband „DJK - Deutsche Jugendkraft”, der die Förderung des Sportes nach dem christlichen Menschenbild zum Ziel hat, vor. Als Fußballplatz wurde zunächst eine Wiese von Hans Nitzl, gut ¾ km außerhalb der Ortschaft, an der Strasse nach Zweikirchen gelegen, hergerichtet. Nach einigen Privatspielen wurde das erste offizielle Spiel beim Pokalturnier in Oberglaim am 29. Mai 1960 bestritten. In der Saison 1960/61 nahmen die 1. Mannschaft und die Jugendmannschaft erstmals an der Verbandsrunde der C-Klasse Landshut teil. Da der vorhandene Sportplatz zu abgelegen war, stellte die Gemeinde Ast dank des Einsatzes von Bürgermeister Franz Landersdorfer, im Rahmen der Flurbereinigung Ast ein Grundstück im Ortsbereich Ast für einen neuen Sportplatz zur Verfügung. Im Frühjahr 1960 wurde mit dem Bau begonnen. Pioniereinheiten der in Landshut stationierten amerikanischen Streitkräfte führten unter Captain Wright mit ihren Großgeräten die Erdarbeiten durch. Die Feinplanie stellte Walter Fritsch kostenlosher. Alles geschah in Eigenregie mit freiwilligen Helfern, die in ihrer Freizeit unentgeltlich auf dem Sportplatz arbeiteten. Dieses Prinzip der freiwilligen Arbeitsleistung bewährte sich auch bei den vielen weiteren Bauvorhaben der nächsten Jahrzehnte. Zur Eröffnung des neuen Sportplatzes wurde im Juni 1961 ein Pokalturnier mit den Mannschaften des SC Buch, FC Rapid Vilsheim, SV Oberglaim und DJK Ast/Tiefenbach ausgetragen.
Im November 1961 wurde Rudi Dreischl zum 1. Vorstand gewählt, der den Verein bis 1966 vorbildlich führte und insbesondere den Aufbau der Fußballmannschaften förderte. Die Verbreiterung der sportlichen Basis betrieb er mit der Gründung einer Tischtennisabteilung und der Aufnahme der Reitergruppe Ast unter Leitung von Frau Baronin Josefa von Zedlitz. Die Reitergruppe Ast war etwa 20 Jahre der DJK Ast angeschlossen. 1961 wurde der neue Pfarrer von Ast, Alois Gantenhammer Geistlicher Beirat der DJK. Er ergriff 1965 die Initiative zur Errichtung eines Jugendheimes in Ast und organisierte die finanzielle und bauliche Abwicklung. Die Mitglieder der DJK haben viele freiwillige Arbeitsstunden beim Bau des Jugendheimes geleistet. Im Jugendheim standen dem Sportverein neben einem großen Saal, geeignet für sportliche und gesellschaftliche Veranstaltungen, ein Gruppenzimmer sowie Umkleideräume und ein Duschraum zur Verfügung. Am 3. Juli 1966 wurde das Jugendheim eingeweiht und es war über 30 Jahre eine weithin bekannte Begegnungsstätte für jung und alt. 1996 wurde es schließlich durch den Neubau des Pfarrheimes ersetzt. Pfarrer Alois Gantenhammer wurde aufgrund seiner Verdienste um die DJK im März 1966 zum Ehrenmitglied der DJK Ast ernannt. Im Jahr 1966 bildeten sich in Tiefenbach und Kronwinkl eigene Turn- und Sportvereine und viele Sportler aus diesen Orten, die bis dahin bei der DJK Ast/ Tiefenbach aktiv waren, wechselten zu diesen neuen Vereinen. Der Sportverein in Ast gab sich daher anschließend den Namen DJK-TSV Ast e.V. – die Eintragung in das Vereinsregister erfolgte am 18. Oktober 1967. 1966 wurde Josef Göttlinger 1. Vorsitzender des DJK Sportvereines, den er bis 1973 leitete. Sein Hauptziel galt der Förderung einer möglichst vielseitigen sportlichen Betätigung. So wurden unter der Regie von Inge Schimschal Kinderturnen, Frauengymnastik und Leichtathletik in das sportliche Angebot aufgenommen. Es wurden viele Leichtathletik- und Turnsportfeste und eine Meisterschaft im Orientierungslauf organisiert sowie viele Sportfeste im Turngau Landshut und darüber hinaus besucht. Die erfolgreiche Sportförderung spiegelte sich darin wieder, dass in diesen Jahren zahlreiche Kinder, Jugendliche und Erwachsene das Sportabzeichen erwarben und bei den Sportfesten mit großem Eifer und guten Leistungen mitmachten. Josef Göttlinger wurde 1974 aufgrund seiner Verdienste in der Vereinsführung und seiner unermüdlichen Tätigkeit beim Bau der neuen Sportanlagen zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Bereits 1967 waren sich die Verantwortlichen der DJK Ast und der Gemeinde Ast darüber klar, dass der vorhandene Sportplatz in seiner Größe nicht mehr den Anforderungen entsprach und insbesondere durch die wohnbauliche Entwicklung im Sportplatzbereich ein geregelter Sportbetrieb auf Dauer nicht mehr zu gewährleisten war. Die ersten Gespräche über Standort und Grundstücksbeschaffung wurden zwischen Georg Wick sen.(H), Hans Paintner, Lorenz Braun sen.(H), Bürgermeister Franz Landersdorfer, Oberförster Meier und dem Besitzer des Schlossgutes Ast Otto Nold geführt. Otto Nold stellte durch großzügiges Entgegenkommen im Tausch mit Gemeindegrund eine Teilfläche aus seinem Grundstück nördlich des Jugendheimes für den Bau einer neuen Sportanlage zur Verfügung. Pfarrer Alois Gantenhammer übernahm die Vorfinanzierung der Baumaßnahme. Mit dem Bau wurde im Herbst 1971 begonnen. Auf einer Fläche von 1,2 Hektar entstand ein Fußballfeld 100m x 65m mit einer Zweimastflutlichtanlage, eine 100m Laufbahn und eine Weitsprung-, Hochsprung- und Kugelstoßanlage. Durch Vermittlung der Bürgermeister Franz Landersdorfer und Hans Beck stellte die Firma Südchemie AG, für die sehr umfangreichen Erdbewegungen, ihre Großgeräte zur Verfügung und leistete somit einen großzügigen Beitrag zur Verwirklichung der Anlage. In vielen freiwilligen Arbeitstunden erbrachten die Mitglieder der DJK die erforderliche Eigenleistung. Die Patenkompanie der Kriegerund Soldatenkameradschaft Ast half bei den flächendeckenden Dränagearbeiten mit. Die neue Sportanlage wurde an Pfingsten 1974 mit einem feierlichen Gottesdienst mit dem Geistlichen Beirat des DJK Diözesanverbandes München Freising Pfarrer Heinz Summerer und einem großen Sportfest eröffnet.

Das von der Gemeinde Tiefenbach gepachtete Sportplatzgelände inklusive Trainingsplatz umfasst rund 20.000 qm. Das Sportheim hat eine Nutzfläche von rund 200 Quadratmetern. Der Gesamtaufwand für alle Baumaßnahmen unter der Regie der DJK Ast umfasste damals rund 1.500.000 DM. Die Finanzierungen waren aufgebaut auf den Zuschüssen der Gemeinde Tiefenbach (ca. 27 Prozent), des Landkreises Landshut (ca. 3 Prozent), des Bezirkes Niederbayern (ca. 2 Prozent), des DJK Diözesanverbandes (ca. 5 Prozent) und den Zuschüssen und zinsgünstigen Darlehen des Bayerischen Landessportverbandes (ca. 13 Prozent). Allen Zuschussgebern gilt der herzlichste Dank. Der Beitrag des DJK Sportvereines Ast erfolgte in Form von Eigenmitteln und Arbeitsleistungen und er umfasst etwa die Hälfte des Gesamtaufwandes. 1973 wurde Helmut Hofstetter zum 1. Vorsitzenden der DJK Ast gewählt. Er führte die DJK Ast zwanzig Jahre bis 1992 und betrieb mit großem Engagement die Erweiterung des Sportangebotes, die dafür notwendige Bautätigkeit aber auch die Weiterentwicklung der DJK Ast zu einem Anlaufpunkt für Einheimische und Neubürger jeden Alters. So wurde 1974 eine Stockschießabteilung und 1977 eine Tennisabteilung gegründet. 1975 wurde die Tischtennisabteilung wiederbegründet und 1976 etablierte sich eine Freizeit Volleyballgruppe. In den Jahren 1976/77 wurden zwei Tennisplätze und ein Asphaltplatz für Stockschießen und Straßenhockey innerhalb der neuen Sportanlage gebaut. Wegen des zunehmenden Sportbetriebes und der steigenden Mitgliederzahl reichten die Einrichtungen im Jugendheim nicht mehr aus und so wurde in den Jahren 1981 bis 1983 das Sportheim mit Umkleide-, Dusch- und Sanitärräumen sowie einem Gruppenraum errichtet. Damit wuchsen die Anlagen zu einem ansehnlichem Sportzentrum, auf dem sich sportliche und gesellige Aktivitäten optimal entwickeln konnten. Höhepunkte des Vereinsjahres waren die vorweihnachtliche Feier des Gesamtvereines, die Faschingsbälle und die DJK Sommerfeste, bei denen auch ein vereinseigenes Festzelt aufgestellt wurde. Ein Sportgottesdienst, sowie Sportturniere, Spiele, Seilziehen und gesellige Veranstaltungen mit Musik, Disko und Showeinlagen der Gymnastikgruppen führten Sportler und Bevölkerung zusammen. Seit 1980 wird alljährlich ein Schafkopfturnier ausgetragen, welches anfänglich von Thomas Stallwanger, später von Marcus Koslow zusammen mit einem engagierten Team organisiert wurde. Helmut Hofstetter wurde 1992 für seine 20-jährige verdienstvolle Arbeit im Amt des 1. Vorsitzenden zum Ehrenvorsitzenden der DJK Ast ernannt. 1992/93 führte Matthias Stallwanger, der vorher sechs Jahre 2. Vorsitzender war, die DJK Ast. 1993 wurde Günter Wick zum 1. Vorsitzenden der DJK Ast gewählt. Eines seiner Hauptanliegen war die Jugendarbeit, die im Sportprogramm der DJK Ast einen sehr breiten Raum einnimmt. Auch baulich ging es zügig weiter und die DJK Ast errichtete 1995 innerhalb der angrenzenden Schulsportanlage ein neues Rasenspielfeld mit Flutlichtanlage zur weiteren Spiel- und Trainingsmöglichkeit. 1997 entstand ein Tennisheim und das Sportheim wurde 1998 durch einen großzügigen Um- und Anbau mit Umkleiden, Duschen und einem Mehrzweckraum erweitert und den gestiegenen Anforderungen angepasst. Im Jahr 2007 wurde ein Beachvolleyballfeld errichtet. Für die positive Entwicklung war die stets wohlwollende Einstellung der Gemeinden Ast und Tiefenbach zum DJK Sportverein Ast ein wichtiger Faktor, sei es bei Grundstücksfragen, bei der Nutzung der Turnhalle und bei finanziellen Zuwendungen für Baumaßnahmen und Sportbetrieb. 2008 wurde Marcus Koslow zum 1. Vorsitzenden gewählt. Günther Wick wurde von der Hauptversammlung einstimmig, auf Grund seiner Verdienste während seiner 15-jährigen Arbeit als Vereinsvorsitzender zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Der DJK Sportverein Ast hat derzeit 670 Mitglieder, die in den Sportarten Fußball, Tennis, Gymnastik, Turnen, Stockschießen, Volleyball und Tischtennis Sport treiben können. Hierbei zeigt der bemerkenswerte Anteil von 40 Prozent an aktiven Kindern und Jugendlichen, dass in die Kompetenz der DJK Ast großes Vertrauen gesetzt wird. Auch zukünftig sieht der DJK Sportverein Ast seine Aufgabe darin, vielseitige Sportmöglichkeiten für einen breiten Bevölkerungskreis anzubieten und zur körperlichen Ertüchtigung und Lebensfreude des Einzelnen und zum Gemeinschaftsleben beizutragen.

Die DJK Ast wird sich den künftigen Herausforderungen der gesellschaftlichen Entwicklung stellen müssen und man kann zuversichtlich sein, dass dem Verein dies mit dem bisher gezeigten Engagement und Gemeinschaftssinn auch weiterhin gelingen wird. Das Jubiläum zum 50-jährigem Bestehen ist daher zum Einen ein Anlass zu Dank und Anerkennung für die sportlich und ehrenamtlich erbrachten Leistungen und zum Anderen ein Ansporn für die Bewältigung der Herausforderungen der Zukunft.

Chronologie:
1960 1. Fußballplatz (Asper)
1960 - 1961 2. Fußballplatz (Oberast)
1965 - 1966 Jugendheim
1971 - 1974 Sportanlage
1976 - 1977 Tennisplätze
1977 Hartplatz
1977 Stockbahnen
1981 - 1983 Sportheim
1986 Renovierung
1993 3. Tennisplatz
1993 - 1994 Rasenspielfeld mit Flutlicht
1996 - 1997 Tennisheim
1997 - 1998 Erweiterung Sportheim
1999 Renovierung Sportheim
2007 - 2008 Beachvolleyballfeld